Biographie zum 30. Branchenjubiläum


30 Jahre im Showgeschäft, das schafft nicht jeder. So eine Leistung spricht für Qualität, Kontinuität und das richtige Händchen für Erfolg. Wenn es ein Mensch dann aber auch noch geschafft hat vor UND hinter den Kulissen ein Star zu werden, dann darf man sich fragen, ob es hier noch mit rechten Dingen zugeht... Tut es! Uwe Busse hat einfach hart für seinen Beruf und seinen Erfolg gearbeitet. Er ist wohl das, was man ein Multitalent nennt. Manchen mag es überrascht haben, dass es Uwe nach vielen Jahren hinter den Kulissen im zweiten Anlauf auch als Sänger geschafft hat. Normalerweise erlaubt man in Deutschland ja jedem nur EINE Karriere. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine dieser Ausnahmen lebt in Bad Arolsen und heißt Uwe Busse. Herzlichen Glückwunsch zum 30. Branchengeburtstag!

Die 1980er – Wie alles begann

Nordhessen ist nicht unbedingt als Gegend der kreativen Freigeister bekannt. Vielleicht zu Unrecht. Hier formen sich Anfang der 1980er Jahre zwei Karrieren, die bis heute unvergleichlichen Stellenwert in der Schlagerbranche haben. Der junge Eschweger Gerd Grabowski sitzt 1980 tage- und nächtelang zusammen mit seinem Kompagnon Bernd Dietrich im Studio und schraubt an Songs. Bald stellt sich ein junger Mann den beiden vor, der sich als großes musikalisches Talent entpuppt, jedoch bis dato eher aus der Rockmusik kommt: Uwe Busse. Zusammen mit Bernd Dietrich schreibt er kurze Zeit später den Titel "Mama Lorraine", Gerd nimmt die Nummer auf, verpasst sich selbst den bis heute bestehenden Künstlernamen G. G. Anderson und beschert Uwe Busse damit den ersten Superhit. Nicht nur das: "Mama Lorraine" ist ein Hit im Doppelformat. Auch die deutsche Version von Andrea Jürgens schrammt nur knapp an den Top 10 vorbei – eine Sensation! Plötzlich interessiert sich die ganze Branche für das Jungtalent Busse, der doch eigentlich zum Singen angetreten war...

Es hagelt nun allerdings Angebote, die man nicht ausschlagen kann. So schreibt Uwe Busse in den nächsten Jahren für Stars wie Roland Kaiser, Mireille Mathieu, Roger Whittaker, Rex Gildo, Audrey Landers, Bernd Clüver, Engelbert, Thomas Anders, Roy Black und viele mehr. 1985 erhält er gemeinsam mit Karl-Heinz Rupprich den Auftrag Titel für Die Flippers zu schreiben – eine Band, bei deren Nennung Busse ein paar Jahre zuvor als Rocker noch die Nase gerümpft hat. Nun gut, Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps – man ist ja schließlich Profi. Die ersten gemeinsamen Arbeiten werden Achtungserfolge, ein Jahr später avanciert "Die rote Sonne von Barbados" zum Superhit, der das Team Busse/Flippers über fast 20 Jahre aneinander bindet. Aber auch in Sachen Solo-Karriere wagt Uwe die ersten Schritte: Unter dem Künstlernamen Peter Tobias veröffentlicht er die ersten Singles: "Ein Herz, das weint", "Ich denke oft an Claudia" (beide 1985) und "Wie ein Engel in der Nacht" (1986). Erfolg? Mäßig. Das ändert sich erst, als sich der Musiker zu seinem eigenen Namen bekennt. "Montego Bay" (1987) wird ein kleiner Hit, "Gloria" ein etwas größerer und mit "Buenos Dias weiße Taube" schafft er – im Nachhinein betrachtet – einen veritablen Evergreen, der von zahlreichen Stars (u. a. Frans Bauer) nachgesungen wird. Nachfolge-Singles ("Deine Tränen küsst der Wind" 1989, "Angela" 1990, "Wenn es Nacht wird" 1991) sichern dem gebürtigen Westfalen mit der einfühlsamen Stimme das Image als gern gehörter Gast in allen Rundfunk-Stationen, die deutschen Schlager spielen.

Die 1990er – Alle wollen Busse


Dass Uwe Busse offensichtlich mit dem Hit-Gen ausgestattet ist, spricht sich natürlich in der Branche herum. Interpreten der obersten Kategorie stehen Schlange um Songs von ihm zu bekommen. Er produziert und schreibt für Ireen Sheer, Tony Christie, Angelika Milster, Michael Morgan, Andy Borg, Olaf Berger, Frans Bauer und natürlich weiterhin für Die Flippers, die inzwischen mit fast jedem ihrer Alben (immer unter Uwe Busses Regie) den Einstieg in die Top 10 der Charts schaffen. Bei so viel Arbeit muss der Traum von der eigenen Karriere verständlicherweise erst mal zurückstehen. Einzelne Projekte jedoch gibt es, die das Profil des Sängers Uwe Busse schärfen. Das von ihm inszenierte und produzierte Album "Liebe ist... 3" mit den schönsten Liebesliedern der Welt in deutschen Neuaufnahmen vereint musikalisch im Frühjahr 1992 alle Künstler der Plattenfirma DINO (u. a. Kristina Bach, Tommy Steiner, Die Flippers) und bringt neben dem Sensations-Duett "Du gehst fort" von Ireen Sheer und Bernhard Brink auch zwei neue Titel von Uwe Busse selbst hervor: "Rendezvous" und "Ein Herz voll Zärtlichkeit". Ansonsten aber stehen die 1990er Jahre für Uwe Busse eher im Zeichen der Arbeit hinter den Kulissen.  

Die Stärke seiner Lieder erklärt sich Uwe Busse übrigens so: "Meine Songs sind Ausdruck meiner persönlichsten Gefühle. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die sich dahinter verbergen, möchte ich mit dem Publikum teilen." Geschichten aus dem Leben sind es, fast immer mit einem gewissen Augenzwinkern ("Komm, ich mach das schon", "Das ganze Leben ist eine Wundertüte") und mit einer ordentlichen Portion Romantik ("Der letzte Tango", "Je t'aime heißt: Ich liebe dich"), manchmal aber auch mit einer Prise Melancholie ("Adieu Papa", "Das Tagebuch").

Die 2000er – Die Bühne ruft

Wenn man wie Uwe Busse gewohnt ist Künstlern Hits auf den Leib zu schreiben, dann muss man in Kauf nehmen, dass einem manchmal Lieder gelingen, die zwar in sich stimmig und schön sind, für die man aber nicht sofort einen passenden Sänger parat hat. So geschehen im Sommer 2002. Verträge liefen aus. Unter den neuen Künstlern war niemand, der Busse in höherem Maße gereizt hätte. Aber der Denkapparat kam dadurch natürlich nicht zum Stillstand. Wohin also mit der gerade erdachten, sehr starken und eingängigen Nummer "Das geht vorbei"? Und wenn man es doch noch einmal selbst versucht...? "Jeder, der das Gefühl auf einer Bühne kennt, weiß, dass das wie eine Droge ist. Ich hab diese Ameisen im Bauch vermisst", sagt er später. Ehefrau Katharina signalisiert wie so oft Rückhalt und Unterstützung, eine Plattenfirma wird gesucht und mit Koch Universal auch gefunden: Im Frühjahr 2003 steht "Das geht vorbei" in den Läden und bringt Uwe Busse zurück aufs Parkett der Schlagerstars. Mit dem Album "Ich habe einen Traum" geht's auf große Senderreise. Darauf auch ein Lied, das Schlagerdeutschland mitten in die Seele trifft: "Lieber Gott (Die Macht der Träume)". In den Wunschkonzerten rotiert es, gewinnt Hitparade um Hitparade und beschert Uwe Busse schließlich die Goldene Stimmgabel 2003! Bei der Verleihung stellt der überwältigte Sieger denn auch seine neue Produktion zum ersten Mal einem Millionenpublikum vor: "Sieben Sünden". Der Titel schlägt ein wie eine Bombe und etabliert sich vor allem auf den Skihütten als Fetenkracher. Grund genug für Stars wie DJ Ötzi, Marc Pircher und den belgischen Superstar Christoff ihn zu covern. Ähnlich stimmungsvolle Titel wie "Horst ist ein Held" (2004, neun Wochen Singlecharts!), "Die Hormone fahren Achterbahn" (2004) "Schöne Mädchen haben große Handtaschen" (2005) oder "Mayday – Fallschirm für dein Herz" (2006) helfen Uwe Busse sich mehr und mehr in der Discotheken- und Live-Szene zu etablieren, während Balladen à la "Merci mon amour" (im Duett mit Simone) (2004), "Jahrmarkt der Träume" (2006) oder "Zärtlicher Tyrann" (2009) als Gegenpol die verträumte, nachdenkliche Seite des heute 50-Jährigen nach außen kehren. Mit der musikalischen Erzählung "Sommer '76" gelingt es ihm das Lebensgefühl einer ganzen Generation auszudrücken und einen der meistgespielten Hits des Sommers 2005 zu landen. Die Party-Hymne "Donnerwetter" (2007) hingegen katapultiert Uwe Busse wieder in die oberen Regionen der DJ-Charts – genau wie die Klostertaler, die mit der Neuaufnahme des Titels ein Jahr später gleich noch mal einen Hit landen. Kein Zweifel: Uwe Busse trifft mit seinen Songs direkt ins Mark der deutschen Schlagerfans. Der Blick in die Verkaufscharts beweist es. Mit sämtlichen letzten Alben landete Uwe in den Top 100; jede Platzierung führte ihn ein Stück weiter nach oben.

Der Songschreiber und Talententdecker Uwe Busse ist trotz des Erfolgs des Sängers natürlich nicht verloren gegangen. Mit der Portugiesin Nicole da Silva landet er um die Jahrtausendwende für mehrere Wochen in den Charts; sein jüngster Schützling Laura Wilde ("Ich sehe was, was du nicht siehst", "Alles aus Liebe") freut sich derzeit auf die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums "Fang deine Träume ein" im Sommer 2011. Mit etwas Glück könnte sie Uwe Busses Award-Sammlung (29 Gold- und 9 Platin-Preise, über 20 Millionen verkaufte Tonträger) in naher Zukunft vergrößern. Und das neue Uwe-Busse-Album "Schlaflos" erscheint am 27. Mai 2011 im Handel. Es ist eine edle, für Schlager-Verhältnisse sehr tiefsinnige, nachdenkliche und hochemotionale Produktion; das zeigte schon die erste Hit-Single "Nur zu Gast auf dieser Welt". "In diesem Album steckt mehr von meinem eigenen Ich als je in einem Album zuvor", erklärt Uwe Busse, "mit 50 muss ich mir meine Diskotheken-Kompatibilität nicht mehr beweisen. Da möchte ich mich gerne auf das fokussieren, was sich in meiner Gefühlswelt wirklich abspielt." Briefe von Fans beweisen, dass der sensible Vollblutmusiker damit nicht falsch liegen kann. "Die Leute schreiben mir, dass ihnen meine Musik Gänsehaut macht oder sie beim einen oder anderen Titel geweint haben. Ich kann das verstehen. Viele dieser Geschichten und Gedanken haben mich ja selbst auch schlaflos gemacht. Darum der Albumtitel." Mit Liedern wie "Glaubst du immer noch an Peter Pan" über die Reflektionen des Erwachsenwerdens oder "Liebe beginnt", in dem es um die Halbwertszeit von Gefühlen geht, ist "Schlaflos" mehr als "nur" ein gutes Easy-Listening-Album. Es präsentiert Uwe Busse als gefühlvollen, klugen und tiefsinnigen Schlager-Chansonnier und eröffnet pünktlich zum 30. Branchengeburtstag neue stilistische Möglichkeiten für die Zukunft. Ein würdiges Jubiläumsalbum für einen Mann, der die deutsche Musikszene 30 Jahre lang wie kaum ein anderer mitgeprägt hat. Noch einmal: Herzlichen Glückwunsch, Uwe Busse! Und Danke für unzählige schöne Lieder!

Das neue Album
»Applaus für dich«

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